Der Sänger
Als Kundenmanager bei TÜV USA sorgt Francisco Paseyro dafür, dass Audits reibungslos laufen; als Sänger lässt er die Herzen des Publikums höher schlagen: Sein beliebtester Song „Esos Días“ wurde auf Spotify fast eine halbe Million Mal gestreamt.
An seinen ersten Auftritt als Sänger kann sich Francisco Paseyro noch lebhaft erinnern: „Das war in der Highschool, ich war 17. Ich habe einen meiner eigenen Songs gesungen – und dabei völlig falsch gesungen“, erzählt der 26-Jährige. „Zum Glück bestand mein Publikum aus Freunden, Familie und, nun ja, der ganzen Schule.“ Damals fühlte er sich wie gelähmt. Heute, rund 100 Live-Auftritte später, genießt er es, auf der Bühne zu singen und Geschichten zu erzählen.
Francisco Paseyro lebt in San Isidro, einem Vorort der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Seit drei Jahren organisiert er bei TÜV USA die Audits und begleitet den gesamten Prozess bis zum Abschluss. Dabei arbeitet er eng mit den Projektmanager:innen in Deutschland zusammen. Neben Alltag, Arbeit und Musik studiert er Marketing.
Weil ich mich fast ein ganzes Jahr lang kaum bewegen konnte, war das die Gelegenheit, Gitarre zu lernen. Die Musik half mir, die Verletzung zu überwinden, innezuhalten, meine Gedanken in Worte zu fassen, in Lieder zu verwandeln und eine tiefere Verbindung zu mir selbst herzustellen.
Mit zehn Jahren begann Francisco Paseyro Schlagzeug zu spielen, doch wichtiger war ihm zunächst der Sport. Schon mit sechs Jahren spielte er Rugby, mit 14 trainierte er bis zu viermal pro Woche; dann ein Kreuzband- und Meniskusriss. Erst diese schwere Verletzung führte ihn richtig zur Musik. „Weil ich mich fast ein ganzes Jahr lang kaum bewegen konnte, war das die Gelegenheit, Gitarre zu lernen“, sagt er. „Die Musik half mir, die Verletzung zu überwinden, innezuhalten, meine Gedanken in Worte zu fassen, in Lieder zu verwandeln und eine tiefere Verbindung zu mir selbst herzustellen.“ Mit 18 Jahren hatte er seine ersten drei Songs komponiert. Familie und Freunde aus Schule und Rugby-Klub feuerten ihn an, er wurde mutiger. Heute spielt er Gitarre, Klavier und Schlagzeug und singt Konzerte vor Hunderten Zuschauer:innen auf privaten Feiern, in Musikklubs und auf Festivals.
Francisco Paseyro versteht seine Musik als persönliches Tagebuch. Er erinnert sich an ein Gespräch mit seinem Vater, dem er erklärte, warum er Songs im Studio aufnehmen wollte: „Ich möchte, dass mein zukünftiges Ich mein 17-jähriges Ich versteht, dass es weiß, was ich gedacht und gefühlt habe.“ Der Vater half, die Studiozeit zu bezahlen, für einen 17-Jährigen sonst undenkbar. „Meine Eltern haben mich immer ermutigt – nicht nur, indem sie mich mit Lehrern unterstützt haben, sondern auch, indem sie mir das Selbstvertrauen gaben, jedes Projekt zu verfolgen, das mir vorschwebte. Sie haben mir immer gesagt, dass ich alles erreichen kann, was ich mir vornehme, solange ich mich anstrenge, diszipliniert bin und vor allem ein Ziel vor Augen habe.“ So begann er, Schritt für Schritt seine Lebensgeschichte in Liedern zu schreiben. Zu Hause wurde in der Familie alles gehört: die Beatles, Pink Floyd, die Red Hot Chili Peppers – und die argentinischen Größen Charly García, Luis Alberto Spinetta und Gustavo Cerati. Ein Künstler prägte ihn besonders: der argentinische Schauspieler und Latin-Pop-Sänger Diego Torres. „Ich kannte alle seine Songs auswendig. Später verstand ich auch, warum: Seine Texte und seine Musik enthalten vieles von dem, was ich heute als Künstler selbst suche und auszudrücken versuche.“
Ich möchte, dass mein zukünftiges Ich mein 17-jähriges Ich versteht, dass es weiß, was ich gedacht und gefühlt habe.
Sein Hauptpublikum hat er in Argentinien, Uruguay und Spanien. Das weiß Francisco Paseyro, weil Streamingdienste solche Statistiken ausweisen. „Laut meinen Spotify-for-Artists-Metriken wird meine Musik in mehr als 50 Ländern gehört, darunter in den Vereinigten Staaten und in Deutschland.“ Auf seiner Lieblingsplattform Spotify hat er etwa 15.000 monatliche Hörer. Sein beliebtester Song, „Esos Días“ wurde dort fast eine halbe Million Mal gestreamt. Sein bisheriger Live-Höhepunkt: ein Auftritt vor mehr als 500 Zuschauer:innen im „Niceto“, einem der wichtigsten Veranstaltungsorte für Independent-Musiker in Buenos Aires. Das Publikum sang mit. In solchen Momenten hat er das Gefühl, seinen Traum zu leben. Musik sei für ihn immer ein Hobby geblieben, aber eines, das er so professionell wie möglich verfolgt. „Ich schreibe und komponiere meine Songs von Anfang bis Ende selbst und achte dabei auf jedes Detail. Ich arbeite mit meinem eigenen Produzenten zusammen und kann verschiedene Musiker hinzuziehen, wenn ein Projekt Fähigkeiten erfordert, die über meine eigenen hinausgehen.“ Seine musikalischen Ziele sind klar: Jedes Jahr mindestens einen neuen Song veröffentlichen und pro Semester einmal live spielen.
Doch wie schafft man es, zu arbeiten, zu studieren und gleichzeitig eine Gesangskarriere aufzubauen, ohne persönliche Beziehungen zu vernachlässigen? „Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht“, sagt Francisco Paseyro und lacht. Er ist seit neun Jahren glücklich in einer Beziehung und hat seit seinem vierten Lebensjahr denselben Freundeskreis. „Ich bin ständig dabei, alles unter einen Hut zu bringen.“ Möglicherweise helfen ihm dabei auch die Skills, die er als Projektmanager bei TÜV USA täglich anwendet. Vor allem aber ist es die Balance aus den vier Grundpfeilern seines Lebens, die ihm am wichtigsten sind: „Meine Familie, meine Beziehungen, mein Beruf und Gott.“